Antiheteronormativ

Antiheteronormativ
Was für viele schlicht wie die Spitze einer Aneinanderreihung von Anti-Kunstworten klingt, soll kurz als ein tatsächlich bedeutendes Anliegen erklärt werden: Unter Heteronormativität wird kurzum die Ansicht verstanden, Heterosexualität – also die (sexuelle) Beziehung zwischen Mann und Frau – als Norm(alität) zu begreifen. Damit einher geht notwendigerweise ein Konzept von Gesellschaft, welches diese in männliche und weibliche Individuen einteilt. Dass ’männlich’ und ’weiblich’ aber nicht nur biologische Erklärungen für unterschiedlich ’bestückte’ Körper sind, braucht wohl nicht lang erklärt werden. Mit diesen zwei Begriffen gehen auch ganz klare Rollenzuschreibungen (z.b. Handwerker/Hausfrau), Eigenschaftszuschreibungen (starkes männliches, schwaches weibliches Geschlecht) oder auch Aussagen über Eignungen für bestimmte berufliche Positionen einher (Bauarbeiter/Kindergärtnerin). Nun ist es aber nicht nur so, dass es biologisch gesehen auch unklare Ausprägungen von geschlechtlichen Merkmalen gibt (’Intersexualität’), sondern auch viele Menschen, die sich in den genannten Stereotypen nur wenig wohlfühlen. Antiheteronormativität tritt daher dagegen auf, Heterosexualität und das dazugehörige bipolare Geschlechterverständnis als selbstverständlich zu befinden. Dagegen soll auch Homosexualität oder Liebe zwischen anderen selbstbestimmten Geschlechtern als normal angesehen werden.

Basisdemokratisch

Basisdemokratie ist ein alternatives Demokratiekonzept. Es geht darum, dass alle, die mitbestimmen wollen dies auch können. So haben alle das gleiche Stimmrecht. Als „Basis“ und somit gleichberechtigt verstehen wir alle Biwi-Studierenden; jedoch bestimmen jene Studierende, die regelmäßig zum Plenum kommen – d.h. Mitbestimmung erfordert aktive Beteiligung! Die Besonderheit ist jene, dass die „Regierten“ gleichzeitig die „Regierenden“ sind – wir bestimmen und verändern unsere Regeln selbst. Wir versuchen damit möglichst alle Entscheidungen die anfallen gemeinsam in unserem Plenum zu treffen. Wert legen wir dabei darauf, dass die Entscheidungen möglichst konsensual getroffen werden. So soll das Ziel sein, Entscheidungen durch das Abwiegen von Argumenten herbei zu führen und nicht durch eine (Macht)Position einer Person. Wir versuchen durch das basisdemokratische Vorgehen zu verhindern, dass eine Mehrheit über eine Minderheit bestimmt, wie dies in herkömmlichen Demokratien der Fall ist. Außerdem sollen dadurch Hierarchien verhindert werden, was aber einer regelmäßigen Reflexion unserer Praxis bedarf. So ist es wichtig informelle Hierarchien (wie Informationsvorsprung oder Erfahrung) oder dominantes Redeverhalten zu thematisieren um eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Klarerweise ist dies eine Idealvorstellung, die in der Umsetzung manchmal nicht realisierbar ist.