Antikapitalistisch und Antineoliberal

Kapitalismus interessiert sich nicht für die Bedürfnisse der Menschen, sondern einzig für Profit. Die Konkurrenzlogik dieses Systems führt unweigerlich zu Krisen. Eine Überproduktion von Gütern, die dann im Meer versenkt wird, steht einer Masse an ArbeiterInnen gegenüber, die um zu überleben ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Immense Profite von Banken und Unternehmen sind nur die Kehrseite von Armut, Hungersnöten und humanitären Katstrophen. Das reichste ein Prozent aller Menschen besitzt mehr als alle anderen zusammen. Die Konkurrenz der Konzerne treibt Staaten in Kriege um Rohstoffe und zerstört die Umwelt. Im Neoliberalismus, der aktuell herrschenden Wirtschaftsideologie, werden immer mehr Bereiche des menschlichen Lebens einer Ökonomisierung unterworfen. Bildungsanstalten werden zunehmend zu Dienstleistungsbetrieben. Nicht das Lernen steht im Vordergrund, sondern das Zertifikat. Da auch Bildungsbetriebe seit dem General Agreement on Trade in Services (GATS) vermehrt in die Profitlogik hingezogen werden, müssen auch diese ihre Rentabilität steigern. Massenlehrveranstaltungen und Multiple-Choice-Tests ersetzen den für eine wirkliche Bildung nötigen Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden. Für viele scheint der Kapitalismus unveränderlich, die Geschichte beweist das Gegenteil. Die Veränderung der bestehenden Verhältnisse und die Aufhebung der Ausbeutung sind möglich, können aber nur weltweit und gesamtgesellschaftlich in Angriff genommen werden.