Stellungnahmen

05.04.2019

Freies Denken braucht freie Räume!

Die Raumsituation im Institutsgebäude in der Sensengasse 3a, welches sich drei
Institute (das Institut für Bildungswissenschaft, das Institut für Sprachwissenschaft und
das Institut für vergleichende Literaturwissenschaft) teilen, beschäftigt die IG BiWi seit
vielen Jahren. Neben den zu kleinen Seminarräumen mit den zu kleinen Tischen
finden sich keinerlei Aufenthalts- oder Arbeitsräume für Studierende, abgesehen vom
Foyer, in dem sich fünf Tische befinden, die vielleicht zum Verzehr mitgebrachter
Jausenbrote geeignet sind, nicht aber für Gruppenarbeiten, Lerntreffen, oder zum
längeren Verweilen zwischen Seminaren. Dieser Platzmangel führt dazu, dass
Gruppen von Studierenden auf den Treppen oder in den Warteecken vor den Büros
der Lehrenden sitzen, essen oder arbeiten, wo sie alsbald verjagt werden, weil sie zu
laut sind, Fluchtwege versperren oder “zu viel Dreck” machen. Als Student*in scheint
man in diesem Institut nicht Willkommen zu sein, maximal zum Besuch der
Lehrveranstaltungen – aber bitte nicht immer, weil das Erscheinen aller
Seminarteilnehmer*innen würde die Raumgröße nicht hergeben.
Wir wollen diese Situation nicht länger hinnehmen und uns mit nett formulierten EMails der zuständigen Stellen zufrieden geben, die erklären leider gar nichts ändern
zu können. Unser Vorschlag, dem wir notfalls mit aktivistischen Maßnahmen
Nachdruck verleihen werden, ist, einen anderen Ort für die Spinde im Foyer zu finden,
um somit zumindest einen gemütlichen Aufenthaltsraum für Studierende zu schaffen,
indem jede*r sich frei bewegen kann, um zu denken, lesen, essen, lernen, ruhen,
treffen, studieren, plenieren, reflektieren, referieren, respektieren, solidarisieren und
kommunizieren – kurz einen freien Raum für freies Denken! Der Duden definiert
Freiraum als “die Möglichkeit zur Entfaltung eigener Kräfte und Ideen (für eine Person
oder Gruppe)” (Duden 2019, Internetquelle). Bezeichnend, dass die Uni Wien ihren
Studierenden so etwas scheinbar nicht zugestehen will.

Literatur:
Duden (2019): URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Freiraum (zuletzt besucht
am 25.01.2019).

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6.10.2016

Wir als IG BiWi dulden weiterhin keine deutschnationalen Burschenschafter auf und an der Uni! Linker antifaschistischer Protest ist nicht nur legitim sondern unabdingbar. Einschüchterungen jeglicher Art hält uns nicht von Protesten ab!

Mittwochs um 12:oo Uhr stehn die Burchis auf der Rampe, dann heißt es wieder: Alerta, alerta antifascista!

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161005_OTS0118/skandaloese-untersagung-antifaschistischer-kundgebung-der-studierendenvertretung

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17.06.2016

Wir möchten euch diesen Artikel vom STANDARD ans Herz legen!

Die Gesellschaft muss sich (wieder) als handlungsfähiges Subjekt begreifen! (irgendwann mal während des BiWiStudium gelesen … wenn mir wer sagen kann, von wem das ist wäre ich sehr verbunden – einfach eine Mail schreiben)!

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Stellungnahme der Fakultät für Sozialwissenschaften zu aktuellen Ereignissen an der Universität Wien
Der Verfassungsschutz hat Anfang Mai über einen dramatischen Anstieg bei rechtsextrem motivierten Delikten berichtet. Spätestens in den letzten Wochen hat diese Entwicklung deutlich sichtbar auch die Universität Wien erreicht: Im April wurde im Audimax die Theater-Aufführung „Schutzbefohlene performen Jelineks Schutzbefohlene“ von der rechtsextremen Identitären Bewegung angegriffen, wenige Wochen zuvor störten korporierte Studenten zwei Vorlesungen im Neuen Institutsgebäude. Zuletzt wurden von der Studierendenvertretung der Fakultäten für Sozialwissenschaften sowie Philosophie und Bildungswissenschaften genutzte Räumlichkeiten mit einschlägigen rechtsextremen Schmierereien versehen. Diese Vorfälle überschreiten zweifelsohne jegliche Grenze einer sonst an der Universität gepflegten Meinungsvielfalt.

Die Fakultät für Sozialwissenschaften beobachtet diese Entwicklung mit großer Besorgnis und nimmt sie zum Anlass deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass rechtsextremes und neofaschistisches Gedankengut an der Universität Wien keinen Platz hat. Die Institutionen und Angehörigen der Universität Wien sind aufgefordert derartigen Übergriffen aktiv entgegenzutreten!

Im Jahr 2015 hat die Universität Wien ihr 650-jähriges Bestehen gefeiert. Ein wichtiger Bestandteil der Feierlichkeiten war der Blick auf Vergangenheit und Gegenwart der Universität und ihre Rolle in der Gesellschaft. In einer Vielzahl von Veranstaltungen, in Ausstellungen und Publikationen wurde an jene Angehörigen der Universität Wien erinnert, die Gewalt und Verfolgung ausgesetzt waren. Gleichzeitig wurde schmerzlich bewusst gemacht, wie sehr die Universität und Universitätsangehörige auch Mitwirkende in der Wegbereitung für Faschismus und Nationalsozialismus waren. Dabei wurde nicht zuletzt thematisiert, wie schwer es der Universität Wien gefallen ist, ihre Rolle im Nationalsozialismus aufzuarbeiten und Verantwortung dafür zu übernehmen.

Verantwortung zu übernehmen impliziert für die Wissenschaften, ihre eigene Rolle und Position in der Gesellschaft zu reflektieren. Als Angehörige der Fakultät für Sozialwissenschaften ist es uns ein besonderes Anliegen darauf hinzuweisen, dass die Wissenschaft nicht außerhalb der Gesellschaft steht, sondern nur im Rahmen derselben stattfinden kann. Universitäten waren und sind daher immer auch ein gesellschaftlich und politisch umkämpftes Feld. Dies anerkennend spricht sich die Fakultät für Sozialwissenschaften dafür aus, rechtsextremen Übergriffen und dem ihnen zu Grunde liegendem Gedankengut klar entgegenzutreten. Der zunehmenden Akzeptanz solcher Positionen bis weit in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ hinein kann nur von einer gesellschaftspolitischen Position aus begegnet werden, die in der Lage ist, Rechtsextremismus in seinen vielen Formen zu erkennen und die bereit ist, ihm die Stirn zu bieten. In diesem Sinne ersuchen wir darum, der Fakultätsleitung einschlägige Vorfälle zur Kenntnis zu bringen und sichern unsere Unterstützung zu, klar gegen solches Gedankengut auf allen uns möglichen Ebenen einzutreten.

Im Namen der Fakultät für Sozialwissenschaften.

Ulrike Felt, Dekanin

Wien, Mai 2016

Fakultät für Sozialwissenschaften

Universität Wien

Rooseveltplatz 2/2

1090 Wien

T +43-1-4277-49001

http://sowi.univie.ac.at

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