Unabhängig

Unabhängig
Der Grundsatz der Unabhängigkeit rührt stark von der Entstehung von Basisgruppen
in den 1960/70er-Jahren her. Der starke Einfluss der großen Parteien – allen voran
der ÖVP und SPÖ – im Nachkriegsösterreich setzte und setzt sich auch heute noch
in der Hochschulpolitik fort. Aus den Konflikten um diesen Einfluss bildeten sich die
sogenannten Basisgruppen heraus, deren erstes Anliegen eine parteiunabhängige,
dafür basisnahe Hochschulpolitik war. Eng verbunden mit dem Begriff der
Unabhängigkeit ist deswegen auch jener der Basisdemokratie, welcher die Gruppe
nach Möglichkeit versuchen lässt, Entscheidungen konsensual und in Einstimmung
mit möglichst allen zu fällen, sowie offen für Interessierte zu bleiben. Die Ansichten
und Aktionen der IG BiWi sind deswegen zu einem großen Teil von den gerade aktiven
und involvierten Gruppenmitgliedern abhängig. Dass manche Mitglieder zum Teil auch
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in anderen Kontexten politisch aktiv sind, soll sie nicht von der Beteiligung an der IG
BiWi ausschließen – schließlich haben ja die meisten Menschen – bewusst oder
unbewusst – politische Präferenzen. Einzig die Gruppe soll nicht daran gehindert
werden, zumindest parteipolitisch unabhängig zu bleiben. Diese parteipolitische
Unabhängigkeit heißt aber noch lange nicht, dass wir tun können, was wir wollen.
Keinesfalls ist es so, dass wir frei von Einflüssen agieren können – sind wir doch
Bestandteil im, agieren mit und gegen das System Hochschule. Abhängig und
einander beeinflussend sind natürlich auch alle Teile des großen Ganzen: Die
Hochschule steht nicht im luftleeren Raum, sondern bewegt sich in der Gesellschaft,
ihren Menschen und ihrer Politik. In unseren Aktionen beschränken wir uns deshalb
nicht nur auf momentane studienbedingte Gegebenheiten, sondern versuchen diese
auch in einem umfassenderen Kontext verstehbar zu machen.

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